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Unsere Kleine Grundschule

Seit 1998 ist die Grundschule Großwudicke eine genehmigte Kleine Grundschule, die in kleinen Klassen unter Einsatz vielfältiger Formen des offenen Unterrichts Kopf, Herz und Hand der Kinder anspricht, um dadurch eine möglichst differenzierte und individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler zu ermöglichen.

 

Dieser pädagogische Ansatz bedeutet, dass Unterrichtsinhalte erlebbar gemacht werden müssen. Schüler sollen selbst tätig werden, um sich in lebensnahen Handlungszusammenhängen, Kenntnisse und Fertigkeiten anschaulich und umfassend anzueignen.

 

Das bedeutet auch, zu entsprechenden Themen die Schule zu öffnen und den Lernort zu verlagern.

 

Einordnung in das Schulcurriculum

Jahrgang 1 / 2

  • Werkstatt „Unser Haustier - Pferd"
  • Höhepunkt: Klassenfahrt in ein Ponyschloss, je zwei Kinder sind für ein Pflegepferd verantwortlich

Jahrgang 3 / 4

  • Ein einjähriger Kurs „Lehrmeister Pferd" mit wöchentlichem praktischen Unterricht auf einem Reiterhof, Besuch des Haupt- und Landesgestütes in Neustadt / Dosse
  • Höhepunkt: Übernachtung auf dem Reiterhof, Ablegen der Prüfung zum „Basispass Reiten"

Jahrgang 5 / 6

  • Vorbereitung und kulturelle Umrahmung des „Reitevents", Auftritt vor Schüler, Eltern, Verwandten
Unser Rahmenplanbezug
Das Unterrichtsprojekt „Lehrmeister Pferd" entstand als komplexes Unterrichtsangebot im Schuljahr 2002/2003.

Fächerverbindend wurde dazu im schulinternen Curriculum der Sach-, Musik- und der Sportunterricht konzeptionell geplant und insbesondere für den Jahrgang 3/4 hinsichtlich der zu erwartenden Kompetenzen konkretisiert. (siehe Übersicht im Anhang)

Inhalte des Sach-, Sport- und Musikunterrichts des Jahrgangs 1/2 wurden dazu erweitert, differenziert und qualifiziert neu organisiert.
Diese sowohl horizontale (zwischen den Fächern) als auch vertikale (über die Zeit) Verknüpfung ermöglicht kumulatives, d.h. aufbauendes, erweiterndes Lernen.
Das Lernen an außerschulischen Lernorten ist fester Bestandteil des Lehrplans, weil es immanent die Verbindung zwischen theoretischem Wissen und praktischer Anwendung des Erlernten ermöglicht.
Bezug zum Sachunterricht
Die von den Kindern erworbenen Kenntnisse zur Haltung, Pflege oder Fütterung von Pferden, zu Futtermitteln und Getreidesorten, zum Umgang mit Tieren sind wichtig, um erfolgreich mit den Tieren umgehen zu können. Lernerfolge sind sofort messbar, weil auch die Reaktion der Tiere umgehend erfolgt. Wichtig ist aber auch die Erfahrung, dass Wissen helfen kann eigene Ängste zu überwinden.
Ein Schüler, der die Körpersprache der Tiere deuten kann oder Regeln für den Umgang mit den Tieren kennt, erleichtert sich den Zugang zu Tieren.
Die Schüler erhalten durch die Verknüpfung von Theorie und Praxis umgehend eine Rückmeldung entsprechend ihren Handlungen. Die Entwicklung sozialer und personaler Kompetenzen wird enorm gestärkt. Tiere unterscheiden nicht nach der Herkunft eines Menschen, Erfolge sind daher für jeden möglich.
Bezug zum Sportunterricht
Nach erfolgreicher Annäherung an die Thematik „Haustier- Pferd" nehmen die Schüler in ersten Reitversuchen ihren Körper in ungewöhnlichen Raumlagen wahr und sammeln erste Erfahrungen mit der Schwerkraft, dem Gleichgewicht und der Höhe. Das Reiten trägt dazu bei, Körperbewusstsein zu entwickeln, Risiken und die eigene Leistungsfähigkeit besser abzuschätzen und häufig bereits vorhandenen Bewegungs- und Haltungsstörungen entgegen zu wirken.
Reittherapeutischer Ansatz
Durch die Arbeit mit dem Medium Pferd und beim Reiten wird der Schüler ganzheitlich, d. h. körperlich, emotional, geistig und sozial angesprochen. Alle Sinne sind gefordert. Der Lehrer fördert den konstruktiven Umgang miteinander, vermittelt zwischen Pferd und Schüler durch den direkten Kontakt und Umgang mit dem Pferd, das Pflegen des Pferdes, Arbeiten im Stall, Übungen am und auf dem geführten Pferd. Der Bewegungsrhythmus des Pferdes hat eine lockernde, ausgleichende und angstlösende Wirkung. Gleichzeitig wird auf vielfältige Art und Weise die Wahrnehmung des Reiters angesprochen, was sich nachweislich sehr positiv auf die Integration eines gehbehinderten Jungen und eines sehbehinderten Mädchens im gemeinsamen Unterricht auswirkte.
Bezug zum Musikunterricht
Durch die Präsentation der Bewegungsformen und Kunststücke können die Schülerinnen und Schüler Selbstbestätigung erfahren. Das Gestalten und Präsentieren in der Gruppe fördert außerdem intensive soziale Erfahrungen.
Die Kenntnisse zu elementaren Funktionen von Musik und Musikstücken aus dem Fachunterricht werden genutzt, um geeignete Musik für die Präsentation der Arbeitsergebnisse auszuwählen und einen Projekthöhepunkt „Das Reitevent" musikalisch vorzubereiten und mit Gesang und Tanz zu umrahmen.